6 unvergessliche Tage im trinationen Regio Lions Sommercamp Nicht nur bei emotionalen Menschen sind Tränen keine Seltenheit, und verbunden mit Lachen – also Freudestränen – sind sie etwas tolles und beeinflussen oftmals das unmittelbare Umfeld positiv durch ihre ansteckende Wirkung. Gegenteilig können Tränen auch ein Zeichen von Trauer und negativen Emotionen sein, etwa bei einem zu schnellen Ende. In der Tat flossen letztere beim diesjährigen, trinationalen Sommercamp in Huttwil in der letzten Stunde, als es hieß, Abschied zu nehmen. Abschied von einer unvergesslichen Woche voller Erinnerungen, Erlebnisse und länderübergreifender Verbundenheit, verworben mit einem Leben auf dem Bauernhof, harter Arbeit, Spiele, und dem Gefühl, etwas erreicht zu haben.

Das inzwischen traditionsreiche, trinationale Sommercamp in Huttwil in der Schweiz fand in diesem Jahr bereits zum 15. Mal statt. 16 Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz trafen sich, um eine Woche in das Leben auf einem Bauernhof einzutauchen und mehr über dessen mühsamen Alltag zu erfahren. Dabei waren viele bekannte Gesichter aus dem vergangen Jahr, welchen das Camp so gut gefallen hat, dass sie wiederkehrten. Organisiert von Gerhard Laux und finanziert durch die Regio Lions wurde das Camp von einigen Mitgliedern des Leo-Clubs Weil am Rhein begleitet, welche in die Rolle der Betreuer schlüpften.

Die alltägliche Arbeit auf dem Bauernhof stand auch in diesem Jahr wieder klar im Mittelpunkt der 6 Tage. Dank der unermüdlichen Geduld und dem Erklärungstalent von Hofbesitzer Fritz Matys lernten die jugendlichen Teilnehmer (und Betreuer) mehr über die Produktion von Milch, die Haltung von Nutztieren, wie Kartoffeln geerntet und sortiert werden sowie den Produktionsweg von frischem Gras auf der Wiese hin zu Heu für die Verfütterung. Kleinere Arbeiten, etwa das Erneuern von maroden Holzdielen im Scheunenboden, wurden in kleinen Gruppen durchgeführt, während andere Aufgaben die Zusammenarbeit der ganzen Gruppe erforderten, damit möglichst effizient und schnell Resultate erzielt werden konnten.

Die hohen Temperaturen an den oftmals sonnigen Tagen sorgten dabei für mehr oder weniger viele Schweißtropfen auf der Stirn. Gut, dass Huttwil über ein schön erneuertes Freibad verfügt, welches von den Teilnehmer ausgiebig genutzt wurde. Etwa am 1. August, dem Nationalfeiertag der Schweiz, an welchem keine Arbeit verrichtet wurde und die Zeit für Entspannung und Abkühlung genutzt werden konnte. Freudig wurde vom Sprungturm ins kühle Nass gesprungen, im Wasser getobt oder Kartenspiele im Schatten gespielt. Doch nicht nur im Freibad wurde Freizeit für gemeinsame Spiele genutzt – auch am Abend, nachdem die Kühe gemolken und der Stall ausgemistet waren, trafen sich alle Teilnehmer auf dem Huttwiler Sportplatz um Spiele zu spielen, sich zu unterhalten, Freundschaften zu knüpfen und eine schöne Zeit zu verbringen. Der sattgrüne und gepflegte Rasen lied zum Toben und Rennen ein, der romantisch-rote Abendhimmel zauberte eine magische Stimmung auf den Platz, welche die gute Harmonie der Gruppe zu unterstreichen schien und eine Rückkehr zum Alltag in das Berufs- und Schulleben eine Unendlichkeit weit entfernt wirken lies.

Wie ein roter Faden, welcher verschiedene Szenen eines Films zu einem Ganzen verknüpft, zog sich der Wettkampf um ein Mountainbike zwischen den Teilnehmern. Das brandneue Fahrrad, gesponsert von den Regio Lions, wurde demjenigen versprochen, welcher sowohl in der Gruppe als auch einzeln eine Vielzahl an verschiedenen Disziplinen als bester, schnellster, geschicklichster oder einfach nur glücklichster Teilnehmer absolvierte. Schätzaufgaben, Wasserbombenweitwurf, Ringe werfen, Würfeln oder Bogenschießen sorgten für Unterhaltung und Herausforderung, förderten den Austausch zur besten Strategie und sprengten Ländergrenzen – Kommunikation und Zusammenarbeit standen an erster Stelle. Und so waren die Jugendlichen keine Franzosen, Deutsche, oder Schweizer mehr, zumindest nicht in diesem Moment. Nein, sie waren Teilnehmer eines Teams, einer Gemeinschaft, sie überwanden Sprachbarrieren und unterschiedliche Ansichten und arbeiteten mit Spaß und Ergeiz an ihrem Ziel, dem bestmöglichen Ergebnis. Etwas, was in Zeiten von Krieg, Zerstörung und humanitären Tragödien weltweit wichtiger und bedeutender denn je wird und dessen Förderung eines der Hauptziele des trinationalen Sommercamps ist.

Und so verging die Zeit wie im (P)fluge, gefüllt aus einer Mischung aus Arbeit, Spiel, Spaß und Wettbewerb. Die durchweg positive Resonanz der Teilnehmer und Betreuer sprach, wie auch im letzten Jahr, Bände und bestätigte den Erfolg dieses Camps erneut. Und falls darüber noch ein letzter Zweifel bestehen sollte so reichte ein Blick in die traurigen Gesichter der Teilnehmer am letzten Tag, als es hieß, Koffer zu packen und den Heimweg anzutreten. Einzig die Vorstellung, dass sich das trinationale Sommercamp im nächsten Jahr wiederholen würde sorgte für eine Rückkehr von (Vor)freude und guter Laune.

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